Kabel Deutschland führt IPv6 ein (DS-Lite)

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Quelle: Kabel Deutschland

Am Samstag erhielt ich Post von Kabel Deutschland: An meinem Standort sind jetzt 100MBit verfügbar! Kurzerhand bestellte ich das Upgrade von 32MBit auf 100MBit per Telefon. Mein bisheriges Modem muss für die höhere Bandbreite ausgetauscht werden, hieß es. Mir wird also in den kommenden Tagen ein Hitron CVE-30360 (inkl. WLAN) zugeschickt.

Bei dem Hitron CVE-30360 handelt es sich offensichtlich im einen Router statt um ein reines Kabelmodem. Da ich eine separate Firewall einsetze, muss das Kabelmodem/Router im Bridge-Modus laufen können, so daß die öffenliche IP-Adresse direkt dem Interface der Firewall zugeteilt wird.

Die Recherche rund um den Hitron Router brachte mich auf ein weiteres interessantes Thema – und hierum soll es sich in diesem Post eigentlich drehen: Kabel Deutschland startetet 2012 mit der segmentweisen Einführung von IPv6. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten IPv6 auszurollen und die vorerst zwingend notwendige Unterstützung von IPv4 weiterhin zu gewährleisten. Eine Möglichkeit lautet DS-Lite. In der aktuellen c’t 6/2013 ist passender Weise gerade ein dreiseitiger Artikel zu DS-Lite am Beispiel von Unitymedia.

Bei DS-Lite wird dem Internetanschluss eine öffentliche IPv6-Adresse zugewiesen. IPv4-Traffic kann dann nur noch per IPv6 getunnelt über ein Carrier-grade NAT (CGN) abgewickelt werden. Dies verhindert aber IPv4 Port-Forwardings auf lokale Clients und erst Recht die Zuweisung einer IPv4-Adresse an das WAN-Interface meiner Firewall mit einem Kabelmodem im Bridged-Modus.

Zur Zeit scheint es noch die Möglichkeit zu geben per Request an die Kabel Deuscthland Hotline auf IPv4 „zurückgestuft“ zu werden.

Es gibt einige Foren-Threads, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigen:

Der zweite Link zeigt eine Möglichkeit auf zu prüfen, ob bereits IPv6-Traffic im eigenen Segment vorhanden ist. Mit dem Befehl
tcpdump -i eth0 ip6
(eth0 ist durch das eigene WAN-Interface zu ersetzen) kann IPv6-Traffic an der angegebenen Schnittstelle mitgeschnitten werden. In meinem Fall erreichte mich innerhalb von 10 Minuten nicht ein Paket.

Ich kann wohl davon ausgehen, dass mein Segment noch nicht umgestellt wurde.

Auf lange Sicht ist die Umstellung dennoch interessant und ich werde dann wohl meinen IPv4-Traffic eigenständig über einen dedicated Server routen. Auf diesen Server kann ich ein IPv4-Subnetz routen und über DNAT IPv4 IPv6 Addresstranslation und IPv6-VPN-Tunnel das Subnetz in mein lokales Netz routen.

Bleibt abzuwarten wie schnell das IPv6 deployment weltweit voran geht…

Die IPv6-Tauglichkeit des eigenen Internetanschlusses kann hier grob getestet werden.

Update 26.02.2013 15:12 Uhr
Der neue Kabelrouter Hitron CVE 30360 wurde geliefert. Ich habe aber erst mal keine Zeit den neuen Router un Betrieb zu nehmen – vor allem da ich nicht weiß, ob danach noch alles funktioniert und der Bridge-Modus sich tatsächlich über das Kundencenter aktivieren lässt. Mit „Internetanschluss 32“ ist diese Option nicht auffindbar. Laut diesem Post ist die Option im Kundencenter unter Einstellungen -> Internet Einstellungen zu finden. Auch die Hotline Bestätigt mir das Vorhandensein dieser Option. Ich vermute die Option wird erst im Kundencenter freigeschaltet, wenn das neue Modem in Betrieb ist oder der neue Tarif im Kundencenter angezeigt wird… oder beides.

Update 27.02.2013 12:48 Uhr
Anruf bei der Kabel Deutschland Hotline: Ich will wissen, wann der neue Tarif umgestellt wird. Dies erfolgt automatisch, sobald das neue Modem angeschlossen wird. Ich hab heute auch keine Lust auf Experimente und belasse es dabei.

Update 28.02.2013 21:01 Uhr
ok… jetzt will ich’s wissen ;-)! Also altes Motorola-Modem abgeklemmt und das Hitron angeschlossen. Der Verbindungsaufbau dauert erst mal 2-3 Minuten. Dann steht die Internetverbindung. Im Kundencenter steht immernoch „Internetanschluss 32″… Ein Speedtest ergibt 80MBit/s Downloadrate und 6Mbit/s im Upload. Offensichtlich entspricht die Downloadrate nicht ganz den beworbenen 100MBit/s – mit dem Upload dagegen bin ich zufrieden.

Ein Bridge-Modus ist im Kundencenter nicht verfügbar bis jetzt.

Update 01.03.2013 08:40 Uhr
Da im Kundencenter immernoch „Internetanschluss 32“ steht, wende ich mich nochmal die Hotline. Scheinbar wird der Tarifwechseln nicht autom. abgeschlossen, da der neue Router vom System nicht autom. erkannt wurde. Mein Gesprächspartner sagt mir, dass er den Wechsel nun manuell abschließt und der neue Tarif (und damit auch die Brdige-Option) im Kundencenter in ein paar Stunden verfügar sein werden.

Update 01.03.2013 10:51 Uhr
Hat geklappt! Sowohl Tarif als auch die Bridge-Option sind nun korrekt bzw. verfügbar.

Kabel Deutschland Kundencenter Bridgemode

Kabel Deutschland Kundencenter Bridgemode

Update 31.08.2013 08:15 Uhr
Quasi ein 08/15 Update… höhö 😉

Es läuft alles sehr stabil! Für alle die es Interessiert (siehe Kommentare), hier die Rückansicht des Kabelmodems mit Netzteil-Eingang, Koaxial (Kabel) Anschluss, 4 LAN Fast Ethernet Ports und 2 analogen RJ11 Telefonanschlüssen.

Kabelmodem Hitron CVE-30360 Rückansicht

Kabelmodem Hitron CVE-30360 Rückansicht

Stephan Nachtsheim

Stephan Nachtsheim

Geboren 1983, Studium der Physik an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Seit 2002 unternehmerisch Tätig in den Bereichen Programmierung ([Web]Applikationen/Shops/Websites/Apps), Hosting, EDV-Betreuung und Internetvermarktung. - -

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4 Gedanken zu „Kabel Deutschland führt IPv6 ein (DS-Lite)

  1. Martin Gosselin sagt:

    Hallo Stephan,
    vielen Dank für die ausführlichen Kommentaren! Ich brauche unbedingt die Port-Forwarding funktion von meinem Router (Fritzbox) und werde deshalb diese Bridge Funktion vom Hitron einschalten lassen… Du hast mich inspiriert :-) Grüße ebenfalls aus Mainz,
    martin

  2. Hallo Stephan,

    vielen Dank für den Beitrag. Ich denke gerade darüber nach, von der Telekom zu Kabel Deutschland zu wechseln, da ich mit DSL hier nur max. 1MBit/s upload habe. Ich möchte allerdings meine Installation mit der Fritz!Box 7390 beibehalten.

    Daher die Frage, wie das mit dem Telefonanschluss aussieht. Was liefert das Kabelmodem denn da „hinten raus“? Ist das S0? Ich würde hier weiterhin gern meine Fritz!Box als Fax/AB/DECT-Router nutzen und quasi das S0-Kabel aus dem NTBA in das KabelModem stecken…

    Vielen Dank schonmal
    Michael

    • Ich nutze das Telefonangebot von KD nicht, habe also nur den Internetanschluss gebucht. An dem Hitron sind hinten allerdings nur zwei analoge Anschlüsse und kein S0.

      Schon mal darüber nachgedacht Internetanbieter und Telefonanbieter zu trennen? Zum Beispiel Internet über KD per Kabelmodem und Telefon über VoIP Accounts von Sipgate. Sipgate hat viele tolle Features, die die meisten Internetanbieter nicht bieten. Außerdem erlangt man so ein wenig mehr Unabhängigkeit 😉

      Ich habe oben im Beitrag noch eine Rückansicht des Kabelmodems ergänzt.

      LG, Stephan

  3. Peter sagt:

    Für Leute, die hinter dem Hitron noch eine Fritzbox mit VOIP-Accounts, z.B. Sipgate.de (dorthin kann man seine Festnetznummer portieren und ist dann ein Leben lang erreichbar, auch wenn man den Internetanbieter in Zukunft mal wieder wechselt), betreiben:

    In der Hitron-Adminoberfläche unter „Gateway“->“Firewall“ -> Reiter „Host Port“ (dies erscheint erst, wenn DS Lite, d.h. IPv6 am eigenen Anschluss aktiviert wurde!):

    Hier lassen sich Portweiterleitungen an die interne Fritzbox konfigurieren. Sofern es sich um ein älteres Modell ohne IPv6-Unterstützung handelt (z.B. Fon Wlan 7050), kann man die Portweiterleitung auch direkt auf die MAC-Adresse der Fritz Box (steht im Fritzbox-Menü unter Internetanschluss) setzen.

    Benötigt werden folgende Portweiterleitungen vom Hitron auf die MAC der Fritz Box:

    SIP Port 5060 Protokoll UDP
    RTP Port 5004 Protokoll UDP
    ggf.
    STUN Port 3478 Protokoll UDP

    Damit funktionieren bei mir ein- und ausgehende Sipgate-Telefonate über meine alte, nicht IPv6-fähige Fritz Box Fon WLAN 7050, die ich lediglich als VOIP-Adapter hinter dem als Router (d.h. kein Bridge Mode!) konfigurierten Hitron für ein altes ISDN-Telefon benutze.

    Falls es Probleme gibt, auf der Fritz Box im Sipgate-Account mal mit und mal ohne eingetragenem STUN-Server (stun.sipgate.net) probieren. Ggf. STUN Port auch auf 10000 probieren.

    Im Prinzip ist DS Lite also keine so schlechte Sache, für meinen Anwendungsfall habe ich keinen Bedarf, den Bridge Mode zu aktivieren und kann problemlos mit DS Lite klarkommen. Hoffe, das hilft jemandem…

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